Welche innovativen Anwendungen hat Brettschichtholz im Bauwesen?
Der Holzratgeber · Selbst machen
MaterialBrettschichtholz im Bauwesen
Mehrere Holzlagen unter Druck zu Balken und Platten verleimt, die stärker sind als der Baum, aus dem sie kommen. Und mit denen inzwischen Türme gebaut werden.
- Brettschichtholz und Brettsperrholz
- Stärker als massiv
- Hochbau aus Holz



Warum Laminieren fester macht
Bei einem Vollholzbalken bestimmt die schwächste Stelle die Festigkeit: ein großer Ast, und der Balken bricht dort. Verleimt man dünne Lamellen, sitzt dieser Ast in einer von zwanzig Lagen — die neunzehn anderen tragen die Last.
Klicken Sie auf ein Kapitel oder nutzen Sie die Pfeile · schematische Zeichnungen, nicht maßstabsgetreu.
Warum das Verleimen stärker macht
Es klingt widersinnig: Holz in Stücke sägen und wieder zusammenleimen, und dann ist es stärker. Es stimmt trotzdem, und der Grund ist Statistik.
In einem massiven Balken bestimmt die schwächste Stelle die Festigkeit des Ganzen. Ein großer Ast an der falschen Stelle, und der Balken bricht dort. Sägen Sie denselben Stamm in dünne Lamellen und verleimen Sie sie wieder, sitzt dieser Ast in einer Lage von zwanzig — und die anderen neunzehn fangen die Last auf.
Dazu kommt, dass Lamellen sortiert werden können: die stärksten Lagen an Ober- und Unterseite, wo die Spannung am höchsten ist, und die schwächeren in der Mitte. So bauen Sie einen Balken, der je Kilo stärker ist als das, was die Natur lieferte.
Glulam (Brettschichtholz) besteht aus Lamellen, die längs aufeinanderliegen — das ergibt Balken und Träger für große Spannweiten. CLT (Brettsperrholz) hat Lagen, die kreuzweise aufeinanderliegen, wie Sperrholz, aber zig Zentimeter dick — das ergibt tragende Wände und Deckenplatten. Zusammen ermöglichen sie den Holzbau in die Höhe.
- Glulam
- Lamellen längs; Balken und Träger
- CLT
- kreuzweise; Wände und Deckenplatten
- Festigkeit
- die Schwachstelle sitzt in einer Lage von vielen
- Spannweite
- zig Meter ohne Zwischenstütze
- Hochbau
- Holztürme von über achtzig Metern
- Form
- gebogene Träger sind möglich
Seien wir ehrlich: Brettschichtholz ist verleimtes Holz, und dieser Leim ist der Aufmerksamkeitspunkt. Im Brandfall verhält sich Brettschichtholz hervorragend — es verkohlt an der Außenseite und behält seine Tragfähigkeit länger als ungeschützter Stahl — aber die Leimfugen sind sehr wohl die Stelle, an der die Leistung zwischen Herstellern schwankt. Für tragende Arbeiten zählt die Zertifizierung des Herstellers, nicht das Material im Allgemeinen.
Was schon damit gebaut wird
Hochbau aus Holz
Wohntürme von über achtzig Metern stehen inzwischen in Norwegen, Österreich und Kanada. Sie sind leichter als Beton, was kleinere Gründungen ermöglicht, und die Bauzeit ist kürzer, weil die Elemente vorgefertigt werden.
Bogenbrücken
Brettschichtholzträger können gebogen hergestellt werden, was mit Massivholz unmöglich ist. Das ergibt Brücken mit Spannweiten von zig Metern.
Sporthallen und Schwimmbäder
Die klassische Anwendung: große Spannweiten ohne Stützen, und Holz rostet in einer chlorhaltigen Umgebung nicht, wie Stahl es tut.
Dächer mit freier Form
Wellenförmige und gebogene Dächer lassen sich mit Brettschichtholz weit einfacher verwirklichen als mit Stahl oder Beton.
Ein dicker Holzbalken verkohlt an der Außenseite, und diese verkohlte Schicht dämmt den Kern. Der Balken verliert dadurch berechenbar und langsam an Tragfähigkeit. Ungeschützter Stahl dagegen verliert bei einigen hundert Grad abrupt seine Festigkeit. Statiker rechnen deshalb mit einer Abbrandrate — bei Brettschichtholz ist das eine berechenbare Größe.
Vom Brett zum Träger
- 1 · SortierenLamellen werden maschinell nach Festigkeit sortiert. Die stärksten gehen in die Außenlagen, wo die Spannung am höchsten ist.
- 2 · KeilzinkenKurze Stücke werden mit Keilzinken zur vollen Länge aneinandergesetzt. So entstehen Träger, die viel länger sind als jeder Baum.
- 3 · Verleimen und pressenDie Lamellen werden verleimt und unter Druck in eine Form gepresst — gerade oder gebogen, je nach Entwurf.
- 4 · AusarbeitenHobeln, auf Maß schneiden und gegebenenfalls eine brandhemmende oder feuchteabweisende Behandlung.
Brettschichtholz und Brettsperrholz gehören zur selben Familie wie Sperrholz und OSB: allesamt bearbeitetes Holz, bei denen die Eigenschaften des Endprodukts entworfen statt gewachsen werden.
Häufige Fragen zu Brettschichtholz
Warum ist Brettschichtholz stärker als Massivholz?
Weil eine Schwachstelle wie ein großer Ast in einer Lage von vielen sitzt, während er in einem massiven Balken die Festigkeit des Ganzen bestimmt. Zudem können die stärksten Lamellen gezielt an Ober- und Unterseite gelegt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Brettschichtholz und Brettsperrholz?
Beim Brettschichtholz liegen die Lamellen längs aufeinander — das ergibt Balken und Träger. Beim Brettsperrholz liegen sie kreuzweise — das ergibt tragende Wände und Deckenplatten.
Ist Holzbau brandsicher?
Ein dicker Holzbalken verkohlt an der Außenseite, und diese Schicht dämmt den Kern, wodurch die Tragfähigkeit langsam und berechenbar abnimmt. Ungeschützter Stahl verliert seine Festigkeit weit abrupter.
Wie hoch kann man in Holz bauen?
Es stehen inzwischen Wohntürme von über achtzig Metern in Norwegen, Österreich und Kanada. Die Grenze verschiebt sich weiter.
Brettschichtholz im Verhältnis
Holz, dessen Eigenschaften entworfen statt gewachsen sind.
Eine Frage zu Ihrem Projekt? Stellen Sie sie ruhig — wir denken gerne mit.
Fotos über Wikimedia Commons: Hirnholz von Brettschichtholz: verleimte Lamellen mit Jahresringen — メルビル (Wikimedia Commons), CC BY-SA 3.0 · Rivière Montmorency, Québec — Cephas, CC BY-SA 3.0 · Richmond Olympic Oval, Canada — Duncan Rawlinson, CC BY 2.0
Der Holzratgeber
Weiter in Holz verstehen
- Holz als Baustoff und die Umwelt
- Holz in der modernen Architektur
- Technik und die Zukunft des Holzes
- Die Eigenschaften von Holz
- Das Arbeiten des Holzes
- Dauerhaftigkeitsklassen von Holz
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