Was ist Bauholz?

Der Holzratgeber · Rechnen mit Holz

Bauholz

Bauholz

Von den Sparren in Ihrem Dach bis zu den Balken unter Ihrem Boden. Holz, das Lasten tragen muss und deshalb danach sortiert ist, was es aushält.

  • Nach Festigkeit sortiert
  • C-Klassen (Nadelholz) und D-Klassen (Laubholz)
  • Festigkeit · Dauerhaftigkeit · Stabilität
Tragholz
Zusammengefasst

Bauholz kurz gefasst

Ein Sammelbegriff für Holz im Bau von Gebäuden und anderen Konstruktionen: eigens ausgewählt und bearbeitet, um statischen Anforderungen zu genügen.

Der Unterschied zu gewöhnlichem Bauschnittholz liegt nicht im Baum, sondern in der Sortierung. Ein Balken, der einen Boden tragen soll, wird auf Äste, Faserneigung, Risse und Jahrringbreite beurteilt und danach in eine Festigkeitsklasse eingeteilt. So kann ein Statiker damit rechnen, ohne jedes Brett in die Hand zu nehmen.

Nadelholz bekommt C-Klassen (C18, C24, C30), Laubholz D-Klassen (D30, D40, D50). Die Zahl steht für die charakteristische Biegefestigkeit in Newton je Quadratmillimeter. C24 ist im Wohnungsbau mit Abstand die meistverwendete Klasse.

Warum Äste sortiert werden

Rund um einen Ast weicht die Faser ab, und genau dort versagt ein Balken zuerst. Große Äste an der Unterseite eines liegenden Balkens — wo die Zugspannung am höchsten ist — sind der wichtigste Grund, warum ein Brett in eine niedrigere Klasse fällt.

Was es ist
Holz, ausgewählt für tragende Anwendungen
Nadelholzklassen
C18, C24, C30 …
Laubholzklassen
D30, D40, D50 …
Am meisten verwendet
C24 im Wohnungsbau
Feuchtegehalt
in der Regel etwa 18 % bei Lieferung
Sortiert nach
Äste, Faserneigung, Risse, Jahrringbreite

Seien wir ehrlich: sortiertes Bauholz ist kein schönes Holz. Die Sortierung schaut auf Festigkeit, nicht auf das Aussehen: große Äste, Harzgallen und Farbunterschiede sind zulässig, solange sie die Tragfähigkeit nicht mindern. Wollen Sie sichtbare Balken, fragen Sie nach einer eigenen visuellen Sortierklasse.

Was zählt

Fünf Eigenschaften, die die Wahl bestimmen

Merkmal Warum es zählt
Festigkeit und Stabilität Das Holz trägt die Last; klassifiziert nach Biegefestigkeit, Druckfestigkeit und Elastizitätsmodul
Dauerhaftigkeit Bei Bewitterung oder Erdkontakt bestimmt das den Widerstand gegen Fäulnis, Insekten und Pilze
Formstabilität Getrocknetes Holz schwindet nach dem Einbau kaum — entscheidend, wenn Gipskarton darauf kommt
Bearbeitbarkeit Sägen, Bohren und Befestigen müssen mit gängigem Werkzeug möglich sein
Verfügbarkeit Eine Konstruktion auf Holz auszulegen, das nicht lieferbar ist, bleibt auf der Baustelle stecken
Wer ist wer

Welches Holz in der Konstruktion steckt

Fichte und Kiefer

Das Arbeitspferd: bezahlbar, leicht, gut sortierbar. C18 bis C24, und die Grundlage nahezu jeder belgischen Dachkonstruktion.

Douglasie und Lärche

Stärker und von Natur aus dauerhafter (Klasse 3), also geeignet für sichtbare oder halb im Freien stehende Konstruktionen wie Carports und Überdachungen.

SLS und CLS

Nordamerikanisches Nadelholz in genormten Maßen, die Grundlage des Holzrahmenbaus. Siehe SLS und CLS.

Eiche

D-Klassen, viel stärker und dauerhafter, und deutlich teurer. Traditionell im Fachwerk und in sichtbaren Gebinden.

Brettschichtholz und Brettsperrholz

Verleimte Lamellen und kreuzweise verleimte Lagen erreichen Spannweiten, die kein einziger Baum liefern kann. Siehe bearbeitetes Holz.

Bewittert

Bauholz in Wind und Wetter

Sobald eine tragende Konstruktion draußen steht oder den Boden berührt, kommt eine zweite Anforderung hinzu: Dauerhaftigkeit. Die Festigkeitsklasse sagt nichts über Fäulnisbeständigkeit, und ein C24-Balken, der wegfault, trägt nichts mehr.

Überdacht und trocken

Gewöhnliche C24-Fichte genügt. Das ist Gebrauchsklasse 1 oder 2.

Draußen, nicht im Boden

Imprägniertes Nadelholz, Douglasie oder Lärche. Gebrauchsklasse 3.

Im Boden

Imprägniertes Holz in Gebrauchsklasse 4, oder eine von Natur aus dauerhafte Art wie Robinie oder Eiche.

Im Wasser

Tropisches Hartholz wie Azobé oder Bilinga, Gebrauchsklasse 5.

Schnelle Antwort

Häufige Fragen zu Bauholz

Was bedeutet C24?

Eine Festigkeitsklasse für Nadelholz: die Zahl ist die charakteristische Biegefestigkeit in Newton je Quadratmillimeter. C24 ist die meistverwendete Klasse im Wohnungsbau.

Was ist der Unterschied zwischen C- und D-Klassen?

C-Klassen gelten für Nadelholz (Koniferen), D-Klassen für Laubholz (deciduous). Laubholz erreicht höhere Werte, ist aber teurer und schwerer.

Darf ich gewöhnliches Bauschnittholz für eine tragende Konstruktion verwenden?

Nein. Unsortiertes Holz hat keine bekannte Festigkeitsklasse, ein Statiker kann also nicht damit rechnen, und es genügt den Bauvorschriften nicht.

Muss Bauholz imprägniert sein?

Drinnen und trocken nicht. Draußen oder in Erdkontakt schon — oder Sie wählen eine von Natur aus dauerhafte Art. Siehe imprägniertes Holz.

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Bauholz im Verhältnis

Der Unterschied zu gewöhnlichem Holz liegt in der Sortierung, nicht im Baum.

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