Nadelbäume

Der Holzratgeber · Die Wälder

Die Waldreihe · die Bäume

Nadelbäume

Nacktsamer mit Nadeln statt Blättern und Zapfen statt Früchten. Die Bäume, die den kalten Norden eroberten — und einer, der seine Nadeln doch abwirft.

  • Gymnospermae
  • Samen in Zapfen
  • Immergrün, bis auf einen
Gymnospermae
Zusammengefasst

Nadelbäume in Kürze

Nacktsamer: Bäume, die ihre Samen nicht in eine Frucht verpacken, sondern nackt auf einer Zapfenschuppe tragen. Das ist der botanische Unterschied zu den Laubbäumen — nicht die Nadelform.

Der Name Nadelbaum bezieht sich auf die Blattform, aber die Einteilung handelt von der Fortpflanzung. Gymnospermae bedeutet wörtlich nacktsamig: kein Fruchtfleisch, keine Hülle, nur ein Samen auf einer Schuppe. Laubbäume sind Bedecktsamer und verpacken ihren Samen sehr wohl — in eine Eichel, eine Nuss, eine Beere.

Die Nadelform ist eine Anpassung an Kälte und Trockenheit. Wenig Oberfläche bedeutet wenig Wasserverlust, und eine Wachsschicht schützt gegen Frost. So kann ein Nadelbaum am ersten sonnigen Tag im März weiter Photosynthese betreiben, während ein Laubbaum noch Wochen braucht, um Laub zu bilden.

Die Ausnahme, die die Regel bestätigt

Die Lärche verliert ihre Nadeln im Herbst und steht den Winter kahl. Botanisch bleibt sie schlicht ein Nadelbaum — die Zapfen und die Nadelform bestimmen die Gruppe, nicht ob der Baum grün bleibt. Siehe Lärche.

Botanische Gruppe
Nacktsamer (Gymnospermae)
Samen
nackt auf einer Zapfenschuppe, ohne Frucht
Blätter
Nadeln oder Schuppen; kleine Oberfläche
Immergrün
so gut wie immer — die Lärche ist die Ausnahme
Verbreitung
beherrschen die kalten und gemäßigten Zonen
Das Holz
Nadelholz, auch Weichholz genannt

Seien wir ehrlich: Nadelwälder sind ökologisch ärmer als Laubwälder, wenn sie als Monokultur angelegt sind. Ein Kiefernacker mit Bäumen gleichen Alters und gleicher Art beherbergt einen Bruchteil des Lebens eines Mischwaldes — und ist zudem anfälliger für Sturm, Feuer und Insektenplagen.

Wer ist wer

Die Nadelbäume, denen Sie begegnen

Gattung Deutscher Name Erkennung Das Holz
Picea Fichte Nadeln rundum am Zweig, hängende Zapfen Fichte
Pinus Kiefer Nadeln in Büscheln zu 2, 3 oder 5 Kiefer
Abies Weißtanne Flache Nadeln, Zapfen aufrecht Auch als Fichte gehandelt
Larix Lärche Nadeln in Büscheln, fallen im Winter ab Lärche
Pseudotsuga Douglasie Dreizipfelige Deckschuppen zwischen den Zapfenschuppen Douglasie
Thuja Lebensbaum Schuppenförmiges Blatt, keine Nadeln Western Red Cedar
Tsuga Hemlocktanne Nickender Wipfel, kurze Nadeln Hemlock
Cupressus Zypresse Schuppenförmiges Blatt, aromatisch Zypresse
Sequoia Küstenmammutbaum Die höchsten Bäume der Welt Redwood
Zapfen lesen

Hängen die Zapfen nach unten, ist es eine Fichte oder eine Kiefer. Stehen sie aufrecht auf dem Zweig, ist es eine Weißtanne — und diese Zapfen zerfallen zudem in Schuppen, statt als Ganzes abzufallen. Ein Blick nach oben genügt.

Biologie

Warum Nadeln und Zapfen

Nadeln gegen Trockenheit

Wenig Oberfläche und eine dicke Wachsschicht bedeuten wenig Wasserverlust. Im Winter ist gefrorener Boden nämlich genauso trocken wie Wüstensand — das Wasser ist da, aber nicht aufnehmbar.

Grün zu bleiben lohnt sich

Wer sein Laub behält, kann sofort loslegen, sobald die Sonne zurückkommt. In einem kurzen nördlichen Sommer bringt das Wochen an Wachstum.

Kegelform gegen Schnee

Die schmale, kegelförmige Krone lässt Schnee abgleiten, statt ihn aufzufangen. Eine breite Laubkrone würde unter dem Gewicht brechen.

Harz als Abwehr

Nadelbäume schließen Wunden mit Harz und wehren damit Insekten und Pilze ab. Das ist auch der Grund, warum Kiefer und Lärche harzreich sind und die Fichte weniger.

Nebeneinander

Nadelbäume oder Laubbäume

Nadelbäume Laubbäume
Botanische Gruppe Nacktsamer Bedecktsamer
Samen Nackt auf einer Zapfenschuppe In einer Frucht: Eichel, Nuss, Beere
Blätter Nadeln oder Schuppen Breit und flach
Winter Meist grün (Lärche ausgenommen) Meist kahl
Wuchsgeschwindigkeit Schneller Langsamer
Holz Leichter, 400 bis 550 kg/m³ Dichter, 550 bis über 1.100 kg/m³
Verbreitung Kalte und gemäßigte Zonen Gemäßigte und tropische Zonen
Über das Holz

Das ist die Baumseite. Für die Eigenschaften des Holzes selbst — Dichte, Dauerhaftigkeitsklassen und Anwendungen — siehe Nadelholz, und für das Gegenstück Laubbäume.

Schnelle Antwort

Häufige Fragen zu Nadelbäumen

Was ist der Unterschied zwischen Nadelbäumen und Laubbäumen?

Nadelbäume sind Nacktsamer: ihr Samen liegt nackt auf einer Zapfenschuppe. Laubbäume sind Bedecktsamer und verpacken ihren Samen in eine Frucht. Die Nadelform ist eine Folge ihres Lebensraums, nicht die Grundlage der Einteilung.

Sind alle Nadelbäume immergrün?

Fast. Die Lärche verliert ihre Nadeln im Herbst und steht den Winter über kahl — botanisch bleibt sie schlicht ein Nadelbaum.

Warum haben Nadelbäume Nadeln?

Um den Wasserverlust zu begrenzen. Im Winter ist gefrorener Boden faktisch trocken; eine kleine Blattfläche mit Wachsschicht verliert dann viel weniger Feuchtigkeit als ein breites Blatt.

Welches Holz kommt von Nadelbäumen?

Nadelholz, auch Weichholz genannt: Fichte, Kiefer, Douglasie, Lärche, Zeder und Western Red Cedar.

Weiter im Holzratgeber

Nadelbäume im Verhältnis

Nackte Samen auf einer Schuppe — das ist es, was sie verbindet, nicht die Nadel.

Eine Frage zu Ihrem Projekt? Stellen Sie sie ruhig — wir denken gerne mit.