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Welche fortgeschrittenen Techniken gibt es beim Einlegen von Holz?

Selbst machen · Techniken

Techniken

Holz einlegen

Intarsie, Marketerie und Furnierarbeit: drei Techniken, die auf dasselbe hinauslaufen — eine Zeichnung in Holz, gemacht aus Holz.

  • Intarsie: massiv eingelegt
  • Marketerie: Furnier auf Furnier
  • Die Bewegung ist der Feind
Intarsie
Marketerie an einer antiken Kommode: zwei Vögel aus hellem Furnier
Marketerie an einer antiken Kommode: zwei Vögel aus hellem Furnier
Loses Furnierbild: eine Blume aus farbigen Holzteilen
Loses Furnierbild: eine Blume aus farbigen Holzteilen
Eingelegte Bordüre im Parkett: Streifen aus hellem und dunklem Holz
Eingelegte Bordüre im Parkett: Streifen aus hellem und dunklem Holz
Zusammengefasst

Drei Techniken, ein Prinzip

Alle drei nutzen die Farbe und Zeichnung verschiedener Holzarten, um ein Bild zu schaffen. Der Unterschied liegt in der Dicke.

Bei der Intarsie schneiden Sie eine Aussparung in Massivholz und legen dort ein gleich dickes Stück einer anderen Art hinein. Das Ergebnis ist eine Zeichnung, die Teil des Holzes ist, bis zu einigen Millimetern tief. Sie können sie mehrmals abschleifen, ohne dass das Bild verschwindet.

Die Marketerie arbeitet mit Furnier: hauchdünne Holzblätter, die Sie zu einem Puzzle schneiden und auf einen Untergrund leimen. Dadurch können die Formen viel feiner sein — Blumen, Porträts, ganze Landschaften — aber Sie können sie nur einmal vorsichtig schleifen.

Das eigentliche Problem bei beiden ist nicht das Schneiden, sondern die Holzbewegung. Jede Art schwindet und quillt anders, und wenn Sie zwei Arten fest aneinandersetzen, entsteht bei jedem Jahreszeitenwechsel Spannung. Deshalb ist Einlegearbeit klassisch Innenarbeit, und draußen geht sie so gut wie immer schief.

Arbeiten Sie immer mit derselben Faserrichtung

Zwei Holzstücke mit der Faser in derselben Richtung bewegen sich ungefähr gleich. Quer zueinander bewegen sie sich gegeneinander, und das ist der Riss, den Sie ein Jahr später sehen. Wo das Bild quer verlaufende Faser verlangt, halten Sie die Stücke so klein wie möglich.

Intarsie
Massivholz in Massivholz, einige mm tief
Marketerie
Furnier auf Furnier, Zehntelmillimeter
Furnierdicke
üblich 0,5 bis 0,6 mm
Werkzeug Intarsie
Beitel, Laubsäge oder Oberfräse mit Lehre
Werkzeug Marketerie
Laubsäge oder Schneidmesser mit Schablone
Leim
Kaltleim oder Hautleim; nicht zu schnell aushärtend
Pressen
gleichmäßiger Druck mit einer Presse oder einem Vakuumsack

Seien wir ehrlich: Einlegearbeit ist eine der langsamsten Holzbearbeitungstechniken, die es gibt, und die ersten zehn Versuche sind Übungsmaterial. Eine kleine Tafel kostet leicht einen ganzen Tag, und ein falscher Sägeschnitt bedeutet, mit diesem Element neu zu beginnen. Wer schnell ein Ergebnis will, ist hier falsch; wer Geduld hat, bekommt etwas, das man nicht kaufen kann.

Unterscheiden

Intarsie, Marketerie und Furnier

Intarsie

Massiv eingelegt

Eine Aussparung in Massivholz, gefüllt mit Massivholz einer anderen Art.

  • Einige Millimeter tief
  • Mehrfach abschleifbar
  • Gröbere Formen, robusteres Ergebnis
  • Verlangt Beitelarbeit oder eine Fräse mit Lehre
  • Vor allem in Tischplatten, Türen und Böden
Marketerie

Furnier als Puzzle

Dünne Furnierblätter zu einem Bild geschnitten und auf einen Träger geleimt.

  • Zehntelmillimeter dick
  • Sehr feine Formen möglich
  • Nur einmal vorsichtig schleifbar
  • Verlangt eine Presse oder einen Vakuumsack
  • Klassisch an Kabinettschränken und Kästchen

Daneben gibt es noch das gewöhnliche Furnieren: eine ganze Platte mit einer Furnierart bedecken, ohne Bild. Technisch ist das die einfachste der drei und zugleich die beste Übung — Sie lernen dabei Leimen, Pressen und den Umgang mit Furnier, ohne dass ein falscher Sägeschnitt alles verdirbt.

Der Reihe nach

So funktioniert Intarsie

  1. Entwurf in OriginalgrößeZeichnen Sie das Bild auf Papier aus und legen Sie je Fläche fest, welche Holzart hineinkommt. Denken Sie in Farbkontrast: Nussbaum gegen Ahorn liest sich, Nussbaum gegen Eiche kaum.
  2. Einlegestücke sägenSägen Sie jedes Element aus dem gewählten Holz, etwas größer als die Zeichnung. Nacharbeiten geht; ergänzen nicht.
  3. Auf dem Träger anreißenLegen Sie jedes Stück an seinen Platz und reißen Sie sorgfältig darum herum mit einem feinen Messer statt mit einem Bleistift. Eine Messerlinie ist dünner und schärfer.
  4. Aussparung herstellenStechen Sie die Kontur mit einem Beitel nach, räumen Sie den Boden bis zur richtigen Tiefe aus und arbeiten Sie die Ecken nach. Mit einer Oberfräse und einer Lehre geht es schneller, aber die Ecken sind rund.
  5. PassenDas Stück muss mit leichtem Druck hineingehen. Sitzt es zu locker, sehen Sie die Leimfuge; zu stramm, und es spaltet den Träger beim Quellen.
  6. Leimen und pressenDünn leimen, einlegen und gleichmäßig pressen. Nehmen Sie Leim, der nicht zu schnell anzieht — Sie brauchen Zeit zum Positionieren.
  7. Eben schleifen und behandelnNach dem Aushärten eben schleifen, bis alles auf einer Ebene liegt, und mit Öl oder mattem Lack behandeln. Öl vertieft den Farbunterschied zwischen den Arten.

In Bildern · Welche Arten sich kombinieren lassen

Schematische Zeichnung.

Material

Welche Arten sich kombinieren lassen

Wählen Sie nach Kontrast

Das Bild entsteht durch Farbunterschied. Dunkel gegen hell funktioniert: Nussbaum oder Wenge gegen Ahorn, Esche oder Birke. Zwei mittelbraune Arten nebeneinander verschwinden ineinander.

Achten Sie auf die Dichte

Arten mit stark unterschiedlicher Dichte schleifen sich ungleich: die weichere sackt unter dem Schleifklotz weg. Wählen Sie am besten Arten, die in der Härte nah beieinanderliegen.

Vermeiden Sie stark arbeitende Arten

Buche bewegt sich bei Feuchtewechsel kräftig. In einer Einlegefläche ist das die Art, die zuerst einen Spalt zieht.

Vorsicht mit tropischem Feinstaub

Der Staub mancher tropischer Arten reizt Atemwege und Haut. Arbeiten Sie mit Absaugung und Maske, erst recht bei langem Schleifen.

Die Farbe verändert sich

Nussbaum wird heller, Kirsche und Mahagoni dunkeln nach. Ein Kontrast, der heute perfekt ist, kann in fünf Jahren weniger ausgeprägt sein.

Nur drinnen

Einlegearbeit draußen misslingt so gut wie immer. Der unterschiedliche Schwund der Arten, verbunden mit Feuchtewechsel, drückt die Stücke los.

Schnelle Antwort

Häufige Fragen zum Einlegen von Holz

Was ist der Unterschied zwischen Intarsie und Marketerie?

Die Intarsie legt Massivholz in Massivholz, einige Millimeter tief. Die Marketerie arbeitet mit hauchdünnem Furnier auf einem Träger. Die Intarsie ist robuster, die Marketerie kann viel feiner sein.

Welches Werkzeug brauche ich?

Für die Intarsie: scharfe Beitel und eine Laubsäge, oder eine Oberfräse mit Lehre. Für die Marketerie: eine Laubsäge oder ein Schneidmesser, und eine Möglichkeit, gleichmäßig zu pressen.

Welche Holzarten lassen sich gut kombinieren?

Arten mit starkem Farbkontrast und vergleichbarer Härte. Nussbaum oder Wenge gegen Ahorn, Esche oder Birke funktioniert; zwei mittelbraune Arten verschwinden ineinander.

Warum reißt meine Einlegearbeit?

Meist dadurch, dass die Faserrichtungen quer zueinander stehen oder dass die Arten stark unterschiedlich schwinden. Halten Sie die Faser so weit wie möglich in derselben Richtung.

Kann Einlegearbeit nach draußen?

In der Praxis nicht. Der unterschiedliche Schwund der Arten bei wechselndem Wetter drückt die Stücke früher oder später los.

Wie beginne ich als Anfänger?

Mit gewöhnlichem Furnieren: eine Platte vollständig mit einer Furnierart bedecken. So lernen Sie Leimen und Pressen, ohne dass ein falscher Sägeschnitt das ganze Bild verdirbt.

Weiter im Holzratgeber

Mehr Technik

Verbindungen, Sägen und Oberflächenbehandlung stehen jeweils gesondert in der Heimwerkerrubrik.

Eine Frage zu Ihrem Projekt? Stellen Sie sie ruhig — wir denken gerne mit.

Fotos über Wikimedia Commons: Marketerie an einer antiken Kommode: zwei Vögel aus hellem Furnier — Thomas Quine, CC BY 2.0 · Loses Furnierbild: eine Blume aus farbigen Holzteilen — Jiří Zelenka, CC BY-SA 4.0 · Eingelegte Bordüre im Parkett: Streifen aus hellem und dunklem Holz — Larry McElhiney, CC BY-SA 4.0