Was ist Kastanie?

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Vergleich

Rosskastanie und Edelkastanie

Zwei Bäume mit demselben Namen, die botanisch nichts miteinander zu tun haben. Der eine liefert dauerhaftes Bauholz und essbare Früchte, der andere keines von beidem.

  • Castanea sativa gegen Aesculus
  • Verschiedene Blätter und Früchte
  • Nur eine ist essbar
Castanea · Aesculus
Zusammengefasst

Der Unterschied in Kürze

Die Verwechslung kommt vom Namen und von der Frucht — beide tragen glänzend braune Nüsse in einer stacheligen Hülle. Dort endet die Ähnlichkeit.

Die Edelkastanie (Castanea sativa) gehört zur Familie Fagaceae, zusammen mit Eiche und Buche. Sie stammt ursprünglich aus Südeuropa und Kleinasien und wurde von den Römern nach Norden gebracht. Ihre Früchte sind die Maronen, die man im Winter geröstet isst, und ihr Holz ist eine der wenigen europäischen Arten in Dauerhaftigkeitsklasse 2.

Die Rosskastanie oder gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) gehört zur Familie Sapindaceae, zusammen mit Ahorn und Litschi. Sie stammt vom Balkan und ist bei uns vor allem ein Allee- und Parkbaum. Ihre Früchte sind giftig, und ihr Holz ist weich, wenig dauerhaft und von geringem Wert.

Sie sind also nicht nur verschiedene Arten — sie stehen in verschiedenen Familien und verschiedenen Ordnungen. Dass zwei so unverwandte Bäume denselben Namen bekamen, liegt rein an der ähnlichen Frucht.

Der schnellste Test: das Blatt

Die Edelkastanie hat ein einfaches, längliches Blatt mit gesägtem Rand — wie ein großes Weidenblatt mit Zähnen. Die Rosskastanie hat ein handförmig zusammengesetztes Blatt: fünf bis sieben Fiederblättchen, die wie Finger aus einem Punkt kommen. Unverkennbar, auch aus der Ferne.

Edelkastanie
Castanea sativa, Familie Fagaceae
Rosskastanie
Aesculus hippocastanum, Familie Sapindaceae
Verwandtschaft
keine — verschiedene Familien
Früchte Edelkastanie
essbar, geröstet oder gekocht
Früchte Rosskastanie
giftig (Aescin)
Holz Edelkastanie
Klasse 2, dauerhaftes Bauholz

Seien wir ehrlich: die Verwechslung ist nicht harmlos. Jeden Herbst landen Menschen in der Notaufnahme, weil sie Rosskastanien für essbare Maronen hielten. Aescin verursacht Übelkeit, Erbrechen und Bauchkrämpfe. Im Zweifel: nicht essen.

Nebeneinander

Alle Unterschiede im Überblick

Edelkastanie Rosskastanie
Botanisch Castanea sativa Aesculus hippocastanum
Familie Fagaceae (Eiche, Buche) Sapindaceae (Ahorn)
Herkunft Südeuropa, Kleinasien Der Balkan
Blatt Einfach, länglich, gesägter Rand Handförmig zusammengesetzt, 5 bis 7 Fiederblättchen
Fruchthülle Dicht besetzt mit langen, dünnen Stacheln Einige kurze, dicke Stacheln
Frucht Meist 2 bis 3 flache Nüsse je Hülle Meist 1 runde, gewölbte Nuss
Essbar Ja, geröstet oder gekocht Nein — giftig
Blüte Lange gelbe Kätzchen, Juni–Juli Aufrecht stehende weiße oder rosa Blütenkerzen, Mai
Holz Dauerhaftigkeitsklasse 2 Weich, wenig dauerhaft
Im Gelände

Vier Wege, sie auseinanderzuhalten

  1. Schauen Sie auf das BlattEinfach und länglich mit Zähnen = Edelkastanie. Fünf bis sieben Blättchen wie Finger aus einem Punkt = Rosskastanie. Das funktioniert die ganze Vegetationszeit.
  2. Schauen Sie auf die FruchthülleDicht besetzt mit langen, dünnen, igelartigen Stacheln = Edelkastanie. Ein paar kurze, dicke Stacheln auf einer grünen Kugel = Rosskastanie.
  3. Schauen Sie auf die NussZwei oder drei flache Nüsse mit einer Spitze = Edelkastanie. Eine runde, gewölbte, glänzende Nuss = Rosskastanie.
  4. Schauen Sie auf die BlüteIm Mai aufrecht stehende weiße oder rosa „Kerzen“ = Rosskastanie. Im Juni und Juli lange, hängende gelbe Kätzchen = Edelkastanie.
Niemals raten

Jeden Herbst werden Rosskastanien für essbare Maronen gehalten. Der Unterschied lässt sich mit Hülle und Nuss zusammen immer feststellen; gelingt das nicht, lassen Sie sie liegen. Aescin ist nicht tödlich, aber ausgesprochen unangenehm.

Für den Holzhandwerker

Was die beiden Hölzer wert sind

Edelkastanie

Brauchbares Bauholz

  • Dauerhaftigkeitsklasse 2 — draußen ohne Behandlung
  • Warm hellbraun, ähnelt stark der Eiche
  • Hoher Gerbstoffgehalt: unattraktiv für Pilze
  • Traditionell in Pfählen, Fassaden, Zäunen und Möbeln
  • Leichter als Eiche und einfacher zu bearbeiten
Rosskastanie

Selten verarbeitet

  • Weich, leicht und wenig dauerhaft
  • Blass und nahezu ohne Zeichnung
  • Arbeitet stark und reißt beim Trocknen
  • Höchstens für Spielzeug, Kisten und Schnitzarbeiten
  • Vor allem wegen der Blüte gepflanzt, nicht wegen des Holzes
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Der vollständige Leitfaden zum Holz der Edelkastanie — Zahlen, Anwendungen und Pflege — steht unter Edelkastanienholz.

Schnelle Antwort

Häufige Fragen zu Ross- und Edelkastanie

Kann ich Rosskastanien essen?

Nein. Rosskastanien enthalten Aescin, das Übelkeit, Erbrechen und Bauchkrämpfe verursacht. Nur die Früchte der Edelkastanie (Castanea sativa) sind essbar.

Sind Ross- und Edelkastanie verwandt?

Nein, und das überrascht die meisten Menschen. Die Edelkastanie gehört zu den Fagaceae (Eiche und Buche), die Rosskastanie zu den Sapindaceae (Ahorn). Sie teilen nur den Namen und eine ähnliche Frucht.

Wie erkenne ich am schnellsten, welchen Baum ich sehe?

Am Blatt. Die Edelkastanie hat ein einfaches, längliches Blatt mit gesägtem Rand; die Rosskastanie hat fünf bis sieben Fiederblättchen, die wie Finger aus einem Punkt kommen.

Ist das Holz von beiden brauchbar?

Nur das der Edelkastanie wirklich. Das erreicht Dauerhaftigkeitsklasse 2 und kann ohne Behandlung nach draußen. Rosskastanie ist weich, wenig dauerhaft und wird selten verarbeitet.

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Die beiden Kastanien im Verhältnis

Ein Name, zwei Familien — und nur eine, die man essen darf.

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