Nachhaltige Waldbewirtschaftung: alles, was Sie wissen müssen

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Nachhaltige Waldbewirtschaftung

Wälder so bewirtschaften, dass sie für Mensch, Tier und Umgebung gesund bleiben — heute und für die Generationen danach. Dazu der Weg, den ein Baum zurücklegt, bevor er bei uns in der Werkstatt liegt.

  • Ökologie · Wirtschaft · Soziales
  • Das Wort stammt aus dem Jahr 1713
  • Vom Wald zum Brett
Waldbewirtschaftung
Zusammengefasst

Waldbewirtschaftung in Kürze

Ein Gleichgewicht zwischen Ökologie, Wirtschaft und sozialer Verantwortung, damit Holz ein ehrliches und zukunftsfähiges Material bleibt.

In der Praxis läuft es auf fünf Dinge hinaus: Wälder nach klaren ökologischen und sozialen Richtlinien bewirtschaften; Holz kontrolliert ernten, ohne das Ökosystem zu erschöpfen; Wiederaufforstung und natürliche Verjüngung, damit der Holzvorrat bleibt; unabhängige Kontrolle der Einhaltung; und eine Kette vom Wald bis zum Endprodukt, die nachverfolgbar ist.

Das klingt modern, aber der Gedanke ist gut drei Jahrhunderte alt. 1713 schrieb der sächsische Bergbauverwalter Hans Carl von Carlowitz, es dürfe nicht mehr Holz geschlagen werden, als nachwächst. Er nannte das Nachhaltigkeit — das Wort, das bis heute gilt. Der Begriff ist also buchstäblich im Wald erfunden worden, aus purer Not: seinen Bergwerken drohte das Grubenholz auszugehen.

Warum es zählt

Wälder nehmen CO₂ auf, filtern Wasser, spenden Schatten und beherbergen tausende Arten. Sie sind zugleich der Lebensunterhalt von Millionen Menschen. Eine Bewirtschaftung, die eines dieser drei Interessen übergeht, hält nicht stand — ein Wald, der wirtschaftlich wertlos wird, verschwindet am Ende unter der Landwirtschaft.

Kerngedanke
nicht mehr ernten, als nachwächst
Ursprung des Begriffs
Von Carlowitz, 1713 — Nachhaltigkeit
Drei Säulen
Ökologie, Wirtschaft, soziale Verantwortung
Verjüngung
natürlich oder durch Neupflanzung
Kontrolle
unabhängig, und nachverfolgbar bis zum Endprodukt
Größtes Risiko
Kahlschlag ohne Wiederherstellung

Seien wir ehrlich: die Nachverfolgbarkeit ist in der Praxis schwieriger, als Prospekte vermuten lassen. Gerade bei tropischem Holz geht ein Brett zwischen Wald und Werkstatt oft durch vier oder fünf Hände, und jedes Glied ist eine Stelle, an der die Herkunft unklar werden kann. Wer Gewissheit will, muss bis zum Land und am liebsten zur Region nachfragen — nicht bis zum Lieferanten.

Wie es wirklich läuft

Fünf Arten, einen Wald zu ernten

Technik Was es ist Folge für den Wald
Kahlschlag Eine ganze Parzelle auf einmal fällen Schnell und günstig; große Wirkung auf Boden und Lebensraum
Plenterung oder Plenterwald Einzelne Bäume gezielt fällen Der Wald bleibt immer stehen; arbeitsintensiver
Durchforstung Junge Bäume entnehmen, damit der Rest Raum bekommt Erhöht die Qualität dessen, was stehen bleibt
Niederwald Laubbäume am Fuß absetzen und austreiben lassen Jahrhundertealte Technik; liefert dünne Stämme, schnell erneuerbar
Mittelwald Niederwald mit darüber verbleibenden Überhältern Verbindet Brennholz mit Sägeholz — der klassische flämische Wald
Warum der Niederwald zurückkehrt

Ein Niederwaldstock kann Jahrhunderte halten: manche Erlen- und Kastanienstöcke in Westeuropa sind älter als die Gebäude daneben. Weil die Wurzeln weiterleben, ist keine Neupflanzung nötig, und der nächste Aufwuchs steht binnen Jahren. Für Weidenruten und Kastanienpfähle ist es noch immer die logische Methode.

Die Kette

Was zwischen Baum und Brett geschieht

Zwischen einem stehenden Baum und einem Brett auf unserer Werkbank liegen sechs Schritte. Jeder dieser Schritte bestimmt mit, wie sich das Holz am Ende verhält — und bei jedem Schritt kann es schiefgehen.

  1. 1 · Auswahl und FällungWelcher Baum geschlagen wird, ist eine Bewirtschaftungsentscheidung: Alter, Qualität, Raum für die Nachbarn. Bei der Plenterung geschieht das Baum für Baum, beim Kahlschlag parzellenweise.
  2. 2 · RückenDer Stamm muss aus dem Wald. Das ist der Schritt mit dem größten Bodenschaden: schwere Maschinen auf nassem Waldboden verdichten ihn, und diese Verdichtung bleibt Jahrzehnte.
  3. 3 · SortierungNach Art, Durchmesser und Qualität. Gerade, astfreie Stämme gehen in Sägeholz oder Furnier; der Rest in Plattenwerkstoffe, Papier oder Brennstoff.
  4. 4 · SägenHier fällt die Entscheidung zwischen tangential und rift. Tangential liefert mehr brauchbare Bretter je Stamm, rift liefert ruhigeres und maßhaltigeres Holz — aber mehr Verschnitt. Siehe die Merkmale des Holzes.
  5. 5 · TrocknenDer wichtigste und am meisten unterschätzte Schritt. Frisches Holz enthält fünfzig Prozent Feuchtigkeit oder mehr; das muss auf 8 bis 18 Prozent, je nach Verwendung. Zu schnelles Trocknen bedeutet Risse, zu wenig Trocknen bedeutet Bewegung nach der Montage.
  6. 6 · Bearbeiten und behandelnHobeln, auf Maß schneiden und gegebenenfalls imprägnieren oder thermisch modifizieren. Erst hier wird entschieden, ob das Holz drinnen oder draußen landet.
Wo wir in dieser Kette stehen

Wir sind kein Forstbetrieb und kein Sägewerk. Wir kaufen getrocknetes, imprägniertes Holz und bauen daraus Möbel. Was wir sehr wohl beeinflussen können, ist die Artenwahl — und genau deshalb besteht der Großteil unseres Sortiments aus europäischem Nadelholz und nicht aus tropischem Laubholz.

Ehrlich gesagt

Was wir behaupten und was nicht

Was wir tun

Konkret

  • Der Großteil unseres Sortiments ist europäisches Nadelholz aus bewirtschafteten Wäldern
  • Tropisches Laubholz bleibt ein begrenzter Teil, vor allem Teak in Bänken
  • Wir fragen beim Einkauf nach dem Herkunftsland
  • Wir bauen schwer: dickere Bretter halten länger als dünne, und das ist der unmittelbarste Umweltgewinn, den es gibt
Was wir nicht tun

Ganz konkret

  • Wir tragen kein Waldzertifikat und behaupten das auch nicht
  • Wir kleben keine Siegel auf Produkte, die sie nicht haben
  • Wir behaupten keine Klimaneutralität, die wir nicht belegen können
  • Wir verkaufen keine Arten mit Schutzstatus
Warum wir das so sagen

Ein Siegel anzudeuten, das man nicht hat, ist der einfachste Weg, Vertrauen zu verlieren. Lieber eine ehrliche Seite, die sagt, was wir wissen und was nicht. Wer Gewissheit über eine Zertifizierung braucht, kann ausdrücklich danach fragen — dann sehen wir für die betreffende Charge nach.

Schnelle Antwort

Häufige Fragen zur verantwortlichen Waldbewirtschaftung

Was ist nachhaltige Waldbewirtschaftung?

Wälder so bewirtschaften, dass nicht mehr geerntet wird, als nachwächst, mit Blick auf Ökologie, Wirtschaft und die Menschen, die vom Wald leben. Der Begriff stammt aus dem Jahr 1713, vom sächsischen Verwalter von Carlowitz.

Was ist der Unterschied zwischen Kahlschlag und Plenterung?

Beim Kahlschlag wird eine ganze Parzelle auf einmal gefällt; bei der Plenterung werden einzelne Bäume gezielt geerntet und der Wald bleibt dauerhaft stehen. Die Plenterung ist arbeitsintensiver und ökologisch weit schonender.

Ist e-woodproducts zertifiziert?

Nein. Wir tragen kein Waldzertifikat und behaupten das auch nicht. Was wir sehr wohl tun: den Anteil tropischen Holzes begrenzt halten und für den Großteil unserer Möbel europäisches Nadelholz verwenden.

Warum ist das Trocknen so wichtig?

Frisches Holz enthält fünfzig Prozent Feuchtigkeit oder mehr und muss auf 8 bis 18 Prozent. Zu schnell getrocknet reißt es; zu nass verarbeitet bewegt es sich nach der Montage doch noch. Siehe das Arbeiten des Holzes.

Weiter im Holzratgeber

Waldbewirtschaftung im Verhältnis

Nicht mehr ernten, als nachwächst — der Gedanke ist drei Jahrhunderte alt und noch immer der ganze Kern.

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