Wälder in Belgien: ein ausführlicher Überblick

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Wälder in Belgien

Von den Buchen des Sonienwaldes bis zu den Nadelwäldern der Ardennen. Fast ein Viertel des Landes ist Wald — aber sehr ungleich verteilt.

  • Wallonie 544.800 ha · 32,4 %
  • Flandern 146.381 ha
  • Zusammen fast ein Viertel
Belgien
Zusammengefasst

Belgische Wälder in Kürze

Ein Land, das man vor allem mit Städten, Schokolade und Bier verbindet, und das dennoch zu fast einem Viertel aus Wald besteht.

Die Verteilung ist schief. Die Wallonie zählt 544.800 Hektar Wald, das sind 32,4 Prozent ihrer Fläche — vergleichbar mit Deutschland und Frankreich. Flandern kommt auf 146.381 Hektar, ein weit kleinerer Anteil auf einem dicht besiedelten und intensiv genutzten Gebiet.

Diese Schieflage ist kein Zufall, sondern Geografie plus Geschichte: der hügelige, dünn besiedelte Süden ließ sich schwerer roden als die flachen, fruchtbaren flämischen Böden — und was dort an Wald übrig blieb, liegt heute zersplittert zwischen Städten, Äckern und Straßen.

Das letzte Stück Kohlenwald

Der Sonienwald bei Brüssel ist der bekannteste Rest der Silva Carbonaria, des Kohlenwaldes, der in römischer Zeit große Teile des heutigen Flämisch- und Wallonisch-Brabant bedeckte. Die monumentalen Buchenalleen, die dort heute stehen, sind übrigens jünger als der Wald selbst: sie wurden unter österreichischer Herrschaft im achtzehnten Jahrhundert gepflanzt.

Die Wallonie
544.800 ha — 32,4 % der Fläche
Flandern
146.381 ha
Zusammen
fast ein Viertel Belgiens
Sonienwald
Buchenalleen, Rest des Kohlenwaldes
Ardennen
überwiegend Nadelwald auf armem Boden
Merkmal
im Norden stark zersplittert

Seien wir ehrlich: flämische Wälder sind klein und zersplittert, und das ist ökologisch ein Problem für sich. Viele Waldparzellen sind zu klein, um ein eigenes Innenklima zu entwickeln; sie bestehen fast vollständig aus Waldrand, wo es trockener, wärmer und windiger ist als in einem echten Waldinneren.

Wo der Wald steht

Die großen Waldkomplexe

Gebiet Charakter Kennzeichnende Bäume
Sonienwald Monumentale Buchenalleen bei Brüssel Buche, Eiche
Ardennen Weitläufig und hügelig, armer Boden Fichte, Douglasie, Buche
Hohes Venn Hochmoor mit Moorwald und Birkenbruch Birke, Fichte
Kempen Angepflanzter Nadelwald auf ehemaliger Heide Waldkiefer
Flämische Ardennen Kleine, alte Laubwälder an Hängen Buche, Eiche, Hainbuche
Meerdaalwoud und Heverleebos Alte Waldreste bei Löwen Buche, Eiche
Warum die Ardennen Nadelwald sind

Nicht von Natur aus. Die armen, sauren Schieferböden wurden ab dem neunzehnten Jahrhundert großflächig mit Fichte bepflanzt, weil die dort sehr wohl wächst und schnell Ertrag bringt. Heute kehrt man davon teilweise zurück: Fichtenmonokulturen erweisen sich als anfällig für Trockenheit und den Buchdrucker.

Wie er bewirtschaftet wird

Wer bewirtschaftet was

Öffentlicher Wald

Bewirtschaftet von den Regionen — dem Agentschap voor Natuur en Bos in Flandern, dem Département Nature et Forêts in der Wallonie. Neben der Holzproduktion zählen Natur und Erholung stark mit.

Privatwald

Ein großer Teil des wallonischen Waldes ist Privatbesitz, oft in kleinen Parzellen. Das erschwert eine abgestimmte Bewirtschaftung und erklärt die Qualitätsunterschiede zwischen benachbarten Parzellen.

Waldmehrung

Beide Regionen haben Ziele für die Aufforstung, aber der Bodenpreis und die Konkurrenz mit Landwirtschaft und Wohnungsbau machen jeden Hektar zu einem mühsamen Erwerb.

Von Nadel zu Mischwald

Der Umbau zum Mischwald hat begonnen, getrieben von Trockenheitsschäden und der Anfälligkeit der Fichtenbestände.

Was aus dem belgischen Wald kommt

Vor allem Fichte und Douglasie aus den Ardennen, und Eiche und Buche aus den Laubwäldern. Der belgische Wald liefert also genau die Arten, die im Bau und im Möbelbau am meisten verwendet werden.

Schnelle Antwort

Häufige Fragen zu belgischen Wäldern

Wie viel Wald hat Belgien?

Fast ein Viertel des Landes. Die Wallonie zählt 544.800 Hektar (32,4 % ihrer Fläche), Flandern 146.381 Hektar.

Was ist der Sonienwald?

Der große Buchenwald bei Brüssel, der bekannteste Rest des Kohlenwaldes (Silva Carbonaria). Die monumentalen Buchenalleen wurden im achtzehnten Jahrhundert gepflanzt.

Warum stehen so viele Nadelbäume in den Ardennen?

Sie wurden ab dem neunzehnten Jahrhundert dort gepflanzt, weil die Fichte auf dem armen, sauren Boden gut wächst und schnell Ertrag bringt. Von dieser Monokultur kehrt man nun teilweise zurück.

Warum hat Flandern so wenig Wald?

Flacher, fruchtbarer Boden wurde früh für die Landwirtschaft gerodet, und die spätere Verstädterung ließ wenig Raum. Was übrig blieb, liegt zudem stark zersplittert.

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Belgische Wälder im Verhältnis

Ein Land, zwei Waldgeschichten — und die Grenze verläuft ungefähr entlang der Sprachgrenze.

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