Übersicht über Nadelholzarten

Was ist Weichholz?

Weichholz – im Fachhandel oft gleichbedeutend mit Nadelholz verwendet – stammt von Nadelbäumen (Koniferen). Diese Baumgattungen tragen statt breiter Laubblätter feine Nadeln und bilden Zapfen als Fruchtstand. Botanisch sind nicht alle Weichhölzer automatisch weich: Lärche und Douglasie etwa erreichen Dichten und Festigkeiten, die manchen Laubhölzern durchaus Konkurrenz machen.

Was Nadelhölzer als Gruppe eint, ist ihr vergleichsweise schnelles Wachstum, ihre weite Verbreitung in borealen und gemäßigten Wäldern und ihre hervorragende Bearbeitbarkeit. Sägen, Hobeln, Schleifen, Schrauben – Nadelholz verzeiht viel und belohnt mit einem günstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis. Gerade deshalb dominiert es die globale Holzwirtschaft: Rund 75 % des weltweit geernteten Schnittholzes sind Nadelholz.

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Die sieben Hauptgattungen im Überblick

Die praktisch relevanten Weichhölzer lassen sich in sieben Hauptgattungen gliedern. Jede hat ein eigenständiges Holzbild, eigene Dauerhaftigkeitsklassen und typische Anwendungsschwerpunkte.

Gattung Botanischer Name Bekannte Arten
Kiefer Pinus Gemeine Kiefer, Monterey-Kiefer, Ponderosa-Kiefer
Fichte Picea Gemeine Fichte, Sitka-Fichte, Schwarzfichte
Lärche Larix Europäische Lärche, Japanische Lärche, Tamarack
Zeder Cedrus, Thuja, Juniperus Westliche Rotzeder, Östliche Rotzeder
Zypresse Chamaecyparis, Cupressus, Taxodium Lawson-Zypresse, Mittelmeerzypresse, Sumpfzypresse
Douglasie Pseudotsuga Küsten-Douglasie, Rocky-Mountain-Douglasie
Hemlock Tsuga Westliche Hemlock-Tanne, Östliche Hemlock-Tanne

Vollständige Artenliste der Weichhölzer

Neben den großen sieben Gattungen gibt es eine Reihe weiterer Nadelbaumhölzer, die regional oder für Spezialanwendungen Bedeutung haben. Die folgende Tabelle gibt einen vollständigen Überblick.

Holzart (dt.) Botanischer Name Hinweise
Araukarie Araucaria spp. Umfasst Hoop Pine, Affenbrotbaum-Kiefer, Paraná-Kiefer
Zeder (echte) Cedrus spp. Nicht zu verwechseln mit der Rotzeder
Sellerie-Kiefer Phyllocladus aspleniifolius Botanisch keine echte Kiefer, gilt aber als Weichholz
Zypresse Chamaecyparis, Cupressus, Taxodium spp. Arizona-Zypresse, Sumpfzypresse u. a.
Douglasie Pseudotsuga menziesii Wichtige Bauholzart in Europa und Nordamerika
Europäische Eibe Taxus baccata Feines, sehr hartes Nadelbaumholz, häufig in der Tischlerei
Tanne (Silbertanne) Abies spp. Balsam-Tanne, Edel-Tanne, Pazifische Silbertanne
Hemlock-Tanne Tsuga spp. Östliche, westliche und Berg-Hemlock
Huon-Kiefer Lagarostrobos franklinii Seltenes tasmanisches Holz mit sehr langsamen Wuchs
Kauri Agathis spp. Neuseeland-Kauri und Queensland-Kauri
Lärche Larix spp. Europäische, japanische, westliche Lärche und Tamarack
Kiefer Pinus spp. Gemeine Kiefer, Ponderosa-Kiefer, Weymouth-Kiefer u. v. m.
Rotzeder Juniperus virginiana, Thuja plicata Östliche und westliche Rotzeder – unterschiedliche Gattungen
Küstenmammutbaum (Redwood) Sequoia sempervirens Einer der größten Nadelbäume weltweit
Rimu Dacrydium cupressinum Neuseeländisches Weichholz mit warmem Rötlichton
Fichte Picea spp. Gemeine Fichte, Sitka-Fichte, Schwarzfichte u. a.
Sugi (Japanische Zeder) Cryptomeria japonica Wichtigstes Nutzholz Japans, leicht und gleichmäßig
Weißzeder Thuja occidentalis, Chamaecyparis thyoides Nördliche Weißzeder und Atlantische Weißzeder

Typische Anwendungsbereiche von Weichholz

Weichholz ist kein Einheitsprodukt – je nach Art und Behandlung deckt es ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten ab, vom Rohbau bis zum Gartenmöbel.

  • Konstruktion & Bau: Konstruktionsholz, Dachstuhlbalken, Schalung – Fichte und Kiefer dominieren den Markt
  • Fußboden: Dielen und Parkettunterböden aus Kiefer oder Lärche für den Innenbereich
  • Möbel: Küchenmöbel, Schrankinnenteile, Massivholzmöbel für das Kinderzimmer
  • Papier & Zellstoff: Nadelholzfasern liefern langen Zellstoff für reißfestes Papier und Karton
  • Verpackung: Kisten, Paletten, Transportverpackungen
  • Innenausbau: Wandvertäfelungen, Fensterbänke, Zierleisten
  • Garten: Gartenmöbel, Zäune und Einfriedungen – immer mit geeigneter Holzschutzbehandlung oder imprägniert

Weichholz im Garten: Was muss man beachten?

Unbehandeltes Nadelholz verwittert im Freien verhältnismäßig schnell. Kiefer und Fichte erreichen ohne Schutz die Dauerhaftigkeitsklasse 4–5 (wenig bis nicht dauerhaft nach EN 350). Für Gartenanwendungen eignen sich deshalb vor allem druckimprägnierte Hölzer oder natürlich dauerhaftere Nadelholzarten wie Lärche (Klasse 3–4) und Douglasie (Klasse 3–4). Regelmäßiges Ölen oder Lasieren verlängert die Lebensdauer erheblich.

Weichholz-Produkte für den Garten

Vuren (Fichte/Tanne) ist das meistverwendete Weichholz im europäischen Gartenproduktsegment. Es ist leicht, gut zu bearbeiten und nimmt Imprägniermittel gleichmäßig an. Die folgenden Produkte zeigen, wie vielseitig Nadelholz im Garten eingesetzt werden kann – von der Anzuchttafel bis zur Aufbewahrungslösung.

Weichholz und Hartholz: Der direkte Vergleich

Die Begriffe „Weichholz" und „Hartholz" beschreiben botanische Kategorien, keine absolute Härte. Trotzdem gibt es klare praktische Unterschiede, die bei der Holzwahl entscheidend sind.

Eigenschaft Weichholz (Nadelholz) Hartholz (Laubholz)
Wachstumsgeschwindigkeit Schnell (20–40 Jahre Umtriebszeit) Langsam (60–150+ Jahre)
Rohdichte (typisch) 400–600 kg/m³ 500–900 kg/m³
Bearbeitbarkeit Sehr gut – Sägen, Schrauben, Leimen einfach Gut bis anspruchsvoll je nach Art
Natürliche Witterungsbeständigkeit Gering bis mittel (Ausnahme: Lärche, Douglasie) Mittel bis sehr hoch (Teak, Robinie, Eiche)
Typische Anwendung im Freien Nur imprägniert oder natürlich dauerhaft Oft unbehandelt möglich
Preisniveau Günstig bis mittel Mittel bis hoch

Wer robuste Gartenmöbel sucht, die jahrelang ohne intensive Pflege standhalten, greift in der Regel zu Hartholz – wie Meranti oder Teak. Ein Beispiel für ein langlebiges Hartholzmöbel im Außenbereich ist die folgende Schaukelbank:

Häufige Fragen zu Weichhölzern

Ist Weichholz wirklich immer weicher als Hartholz?

Nicht zwingend. Die Einteilung „Weichholz/Hartholz" ist botanisch bedingt: Nadelbäume = Weichholz, Laubbäume = Hartholz. Europäische Lärche hat beispielsweise eine Brinell-Härte, die Hölzer wie Pappel oder Linde deutlich übertrifft. Die Klassifizierung sagt also wenig über die tatsächliche mechanische Härte aus.

Welche Weichhölzer eignen sich für den Außenbereich ohne Imprägnierung?

Europäische Lärche und Douglasie erreichen die natürliche Dauerhaftigkeitsklasse 3–4 nach EN 350 und können im Garten ohne chemische Imprägnierung verwendet werden – allerdings mit sichtbarer Vergrauung über die Zeit. Western Red Cedar ist ebenfalls witterungsbeständig und besitzt natürliche fungizide Inhaltsstoffe. Für alle anderen Nadelhölzer (Kiefer, Fichte, Tanne) ist eine Schutzbehandlung für Außenanwendungen dringend empfohlen.

Was bedeutet druckimprägniert bei Nadelholz?

Beim Druckimprägnierverfahren wird das Holz in einem Druckbehälter mit Schutzmitteln (meist auf Kupferbasis) getränkt. Das Mittel dringt tief in die Holzfaser ein und schützt zuverlässig gegen Pilzbefall, Insekten und Feuchtigkeit. Druckimprägniertes Kiefernholz erreicht damit Dauerhaftigkeitsklasse 1–2 – geeignet für Erdkontakt und dauerhafte Außenanwendungen.

Welche Weichhölzer werden am häufigsten in Europa verbaut?

Im europäischen Bauholzmarkt dominieren Fichte (Picea abies) und Gemeine Kiefer (Pinus sylvestris). Sie machen den Großteil des geleimten Konstruktionsholzes, der Dachlatten und Schnittholzsortimente aus. Lärche und Douglasie gewinnen im Fassaden- und Gartenbereich zunehmend Marktanteile, weil ihre natürliche Dauerhaftigkeit Schutzbehandlungen reduziert oder ersetzt.

Kann ich Weichholzmöbel im Garten überwintern?

Ja, sofern das Holz korrekt behandelt oder von Natur aus witterungsbeständig ist. Wichtig: Möbel nicht direkt auf dem Boden stehen lassen (Staunässe von unten). Regelmäßiges Ölen oder Lasieren vor dem Winter schützt die Holzoberfläche. Alternativ abdecken oder in einem trockenen Unterstand lagern. Feuchtigkeits­wechsel sind das größte Problem – nicht Frost an sich.

Fazit: Die richtige Weichholzart für jedes Vorhaben

Weichholz ist kein monolithisches Material, sondern eine vielfältige Gruppe mit deutlich unterschiedlichen Eigenschaften. Wer ein Dach konstruiert, greift zu Fichte oder Kiefer. Wer eine Gartenterrasse plant, wählt Lärche oder druckimprägnierte Kiefer. Und wer ein langlebiges Gartenmöbel sucht, das wenig Pflege verlangt, prüft, ob nicht ein Hartholz die bessere Wahl ist.

Die Stärke von Weichholz liegt in seiner Zugänglichkeit: Verfügbar, gut verarbeitbar, in vielen Stärken und Profilen erhältlich – und mit der richtigen Behandlung für nahezu jeden Zweck geeignet. Die Übersicht oben hilft dabei, die botanischen Namen, die Gattungen und ihre jeweiligen Eigenschaften auseinanderzuhalten.