Verbundholz

Der Holzratgeber · Das Holzregister

Der übergreifende Ratgeber

Holzwerkstoffe

Sägemehl, Späne und dünne Furnierlagen, die früher auf dem Abfallberg landeten, sind heute der Rohstoff für Platten, die formstabiler sind, als Massivholz je werden kann.

  • Fünf Plattenarten
  • Aus Restholz gemacht
  • Berechenbar, wo Holz sich bewegt
Plattenmaterial
Die Definition

Holz, das neu aufgebaut wurde

Verbundholz — auch Holzwerkstoff genannt — besteht nicht aus einem Stück Baum, sondern aus Holzteilchen, die mit einem Bindemittel zu Platten verpresst wurden.

Das klingt nach einem Kompromiss, ist aber ein bewusster Eingriff. Massivholz hat Eigenschaften, die Sie nicht immer wollen: es arbeitet bei Feuchtewechseln, es hat Äste, die Ihre Säge springen lassen, und ein breites Brett aus einem Stück ist teuer und selten. Verbundholz tauscht diesen Eigensinn gegen Berechenbarkeit — überall dieselbe Dichte, in jedem gewünschten Format.

Die vier Gewinnpunkte

Gleichmäßigkeit — überall dieselbe Qualität, keine Überraschungen. Stabilität — viel weniger Schwinden und Quellen. Rohstoffnutzung — aus Restholz und schnellwachsenden Arten gemacht. Format — große Platten, in Dicken von 3 bis über 50 mm.

Der Prozess

Von Holzresten zur Platte

Früher landeten Sägemehl, Späne und Furnierreste auf dem Abfallhaufen. Heute sind sie Rohstoff.

  1. Sortieren und zerkleinernHolzreste werden sortiert und auf die gewünschte Form gebracht: feine Fasern für MDF, gröbere Späne für Spanplatte, breite Späne für OSB.
  2. TrocknenÜberschüssige Feuchtigkeit heraus — das bestimmt die Festigkeit und Formstabilität der Endplatte mit.
  3. Mit Bindemittel mischenDie Teilchen werden mit Leim oder Harz gemischt. Es wird immer öfter mit biobasierten Leimen und recycelten Fasern gearbeitet.
  4. PressenUnter hohem Druck und hoher Temperatur entsteht eine zusammenhängende Platte, mit über die ganze Fläche derselben Dichte.
Warum es nicht arbeitet wie Massivholz

Weil die Faserrichtung aufgehoben oder ausgeglichen ist. Es gibt keine durchlaufende Maserung mehr, die in eine Richtung schwinden will — also kein Verziehen bei wechselnder Luftfeuchtigkeit, und keinen Ast, der Ihr Sägeblatt springen lässt.

Die Familie

Fünf Platten, fünf Charaktere

Jede Platte ist für etwas anderes gemacht. Das ist der Überblick.

Späne

Spanplatte

Holzspäne mit Leim verpresst. Die günstigste der Reihe, überall erhältlich, mit einer ebenen Oberfläche, die sich gut beschichten lässt.

Seien wir ehrlich: feuchtigkeitsempfindlich, und Schrauben halten darin schlechter als in MDF.

Feine Faser

MDF

Feine Holzfasern, extrem glatt und dicht. Ideal zum Fräsen, Streichen und Lackieren — keine Äste, keine Maserung, die durchschlägt.

Seien wir ehrlich: Feuchtigkeit ist die Schwachstelle; nach draußen gehört MDF nicht.

Dichte Faser

HDF

Dieselbe Faser wie MDF, aber dichter verpresst: 30 bis 40 % schwerer und bis zu 50 % fester. Der Standard als Kern von Laminatböden.

Seien wir ehrlich: große Platten sind zu zweit kaum zu handhaben.

Furnierlagen

Sperrholz

Dünne Furnierlagen kreuzweise verleimt. Fester als Massivholz gleicher Dicke, und die geschichtete Schmalseite ist ein Gestaltungsakzent für sich.

Seien wir ehrlich: an den Kanten dringt Feuchtigkeit ein — die Kantenausführung ist kein Detail.

Ausgerichtete Späne

OSB

Grobe, ausgerichtete Holzspäne. Fest, leicht und kostengünstig — und mit einer Ausbeute von 80 bis 90 % aus dem Stamm die sparsamste von allen.

Seien wir ehrlich: die raue Oberfläche saugt Farbe auf und verlangt eine Grundierung.

Die Wahl

Welche Platte wofür?

Wenn Sie das wollen Wählen Sie Warum
Eine glatt gestrichene Front MDF So glatt, dass keine Maserung durchschlägt, und es fräst bis in die Kante
Etwas, das drinnen Last trägt HDF Höchste Dichte und Formstabilität der Faserplatten
Festigkeit und sichtbares Holz Sperrholz Kreuzweiser Aufbau plus Furnieroptik
Konstruktion: Dach, Boden, Wand OSB Konstruktiv fest, leicht und günstig
Das niedrigste Budget Spanplatte Am günstigsten, eben und einfach zu beschichten
Etwas, das draußen steht Keine davon Wählen Sie Massivholz — siehe das Holzregister
Was wir damit machen

Unser Interieur und die Schrankkollektion sind aus Plattenmaterial aufgebaut, genau weil eine Schranktür zwanzig Jahre kerzengerade bleiben muss. Alles, was draußen steht, fertigen wir aus Massivholz.

Schnelle Antwort

Häufige Fragen

Was ist Verbundholz?

Plattenmaterial, das entsteht, indem Holzteilchen — Fasern, Späne oder Furnierlagen — mit einem Bindemittel unter Druck verpresst werden. Spanplatte, MDF, HDF, Sperrholz und OSB gehören alle dazu. Siehe auch bearbeitetes Holz.

Ist Verbundholz schlechter als Massivholz?

Nicht schlechter, aber anders. Es arbeitet bei Feuchtewechseln viel weniger und ist berechenbarer, aber es lässt sich nicht instand setzen wie Massivholz und gehört nicht ungeschützt nach draußen.

Welche Platte wähle ich wofür?

MDF für glatt gestrichene Arbeit, HDF, wo Last daraufkommt, Sperrholz, wo Festigkeit und Optik zusammen zählen, OSB für Konstruktion, Spanplatte, wo der Preis ausschlaggebend ist.

Wie steht es um die Leime?

Die meisten Platten verwenden synthetische Harze; es wird immer öfter mit biobasierten Leimen gearbeitet. Achten Sie beim Kauf auf die Emissionsklasse — E1 ist die gängige Norm für Formaldehyd. Und arbeiten Sie beim Sägen immer mit Absaugung und Staubmaske.

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Platte oder massiv?

Plattenmaterial innen, Massivholz draußen — so einfach ist die Faustregel meistens.

Eine Frage zu Ihrem Projekt? Stellen Sie sie ruhig — wir denken gerne mit.