Was ist ein Wald?

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Was ist ein Wald?

Ein Wald zeichnet sich nicht durch die Anzahl Bäume aus, sondern durch seine Schichtung. Fünf Stockwerke übereinander, jedes mit eigenen Bewohnern.

  • Ab 0,5 Hektar
  • 10 bis 60 % Kronendeckung
  • Fünf Vegetationsschichten
das geschichtete Ökosystem
Zusammengefasst

Der Wald kurz gefasst

Ein ausgedehnter Bewuchs von Bäumen, die zusammen eine bestimmende Baumschicht bilden, ergänzt durch Sträucher, Kräuter und Moose darunter.

Das Kennzeichnendste an einem Wald ist nicht die Anzahl Bäume, sondern die Anzahl Schichten. Ausgewachsene Bäume bilden das oberste Stockwerk, jüngere Bäume und Sträucher die Zwischengeschosse, Kräuter und Moose das Erdgeschoss. Jede Schicht fängt anderes Licht, hält andere Feuchtigkeit fest und beherbergt andere Arten.

Eine Obstwiese oder eine Allee ist deshalb kein Wald: alle Bäume sind gleich alt und gleich hoch, es gibt eine Schicht. Ein Wald ist ein Gebäude mit Stockwerken, keine Reihe Pfähle.

Wo die Grenze liegt

Es gibt keine einzige weltweite Definition. Vielverwendete Kriterien sind eine Mindestfläche von 0,5 Hektar und eine Kronendeckung zwischen 10 und 60 Prozent, je nachdem, wer misst. In den Niederlanden setzt das Waldgesetz von 1961 ein eigenes Maß: mindestens 10 Ar (1.000 m²), oder bei einer Reihenpflanzung eine oder mehrere Reihen von mindestens 21 Bäumen. Diese Unterschiede erklären, warum Waldstatistiken zwischen Ländern schlecht vergleichbar sind.

Kern
geschichtete Struktur, nicht die Anzahl Bäume
Mindestfläche
oft 0,5 Hektar
Kronendeckung
10 bis 60 %, je nach Definition
Niederländisches Waldgesetz 1961
10 Ar, oder 21 Bäume in einer Reihe
Schichten
Moos, Kraut, Strauch, Baum, plus Totholz
Anteil der Erde
Wälder bedecken etwa ein Drittel der Landfläche

Seien wir ehrlich: weil jedes Land seine eigene Definition verwendet, sagen internationale Waldstatistiken weniger aus, als sie scheinen. Eine Plantage aus gleichförmigen Nadelbäumen zählt in vielen Statistiken genauso schwer wie ein jahrhundertealter Mischwald, während sie ökologisch fast nichts gemeinsam haben.

Von unten nach oben

Die fünf Stockwerke eines Waldes

  1. MoosschichtDie unterste Schicht: Bodenmoose und sehr niedrige Pflanzen. Sie hält Feuchtigkeit fest und spielt eine Schlüsselrolle beim Rückführen von Nährstoffen — hier wird abgestorbenes Material wieder Boden.
  2. KrautschichtKräuter und kleine Pflanzen, oft stark jahreszeitlich geprägt. Buschwindröschen und Scharbockskraut blühen im frühen Frühjahr, bevor die Bäume ihr Laub entfalten und das Licht wegnehmen.
  3. StrauchschichtSträucher und junge Bäume zwischen etwa einem und fünf Metern. Das ist die Schicht, in der die meisten Singvögel nisten und in der die Verjüngung des Waldes beginnt.
  4. BaumschichtDie ausgewachsenen Bäume, die das Kronendach bilden. Sie bestimmen, wie viel Licht nach unten kommt, und damit, was unter ihnen wachsen kann.
  5. TotholzKein echtes Stockwerk, aber sehr wohl eine eigene Welt: stehendes und liegendes Totholz beherbergt tausende Arten von Käfern, Pilzen und Moosen. In einem bewirtschafteten Nutzwald fehlt diese Schicht meistens — und das ist der größte ökologische Unterschied zu einem Naturwald.
Warum Licht alles bestimmt

Die Baumschicht verteilt das Licht, und dieses Licht bestimmt alle Schichten darunter. Ein dichter Buchenwald lässt so wenig durch, dass der Boden im Sommer nahezu kahl ist; ein lichter Eichenwald hat eine üppige Krautschicht. Wer die Bäume kennt, kennt den Waldboden.

Artenvielfalt

Wer wo wohnt

Niedrig Typische Bewohner Rolle im Ganzen
Moosschicht Moose, Pilze, Springschwänze, Regenwürmer Abbau und Humusbildung
Krautschicht Frühjahrsblüher, Farne, Insekten, Mäuse Nahrungsgrundlage für den Rest
Strauchschicht Singvögel, junge Bäume, Beerensträucher Nistmöglichkeit und Verjüngung
Baumschicht Spechte, Eulen, Eichhörnchen, Greifvögel Lichtsteuerung und Samenbildung
Totholz Käfer, Pilze, Fledermäuse Stoffkreislauf und Lebensraum
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Welche Waldtypen es weltweit gibt, lesen Sie unter Waldtypen; wie Wälder bewirtschaftet werden unter nachhaltige Waldbewirtschaftung.

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Schnelle Antwort

Häufige Fragen zu Wäldern

Was macht einen Wald zum Wald?

Die geschichtete Struktur: eine bestimmende Baumschicht mit Sträuchern, Kräutern und Moosen darunter. Eine Obstwiese oder Allee hat nur eine Schicht und ist deshalb kein Wald.

Wie groß muss ein Wald sein?

Das unterscheidet sich je Definition. Vielverwendet ist mindestens 0,5 Hektar mit 10 bis 60 Prozent Kronendeckung; das niederländische Waldgesetz von 1961 setzt 10 Ar oder eine Reihe von 21 Bäumen an.

Welche Schichten hat ein Wald?

Moosschicht, Krautschicht, Strauchschicht und Baumschicht — und darüber hinaus Totholz als eigener Lebensraum. Jede Schicht fängt anderes Licht und beherbergt andere Arten.

Warum ist Totholz wichtig?

Es beherbergt tausende Arten von Käfern, Pilzen und Moosen und sorgt für die Rückkehr von Nährstoffen in den Boden. In Nutzwäldern fehlt es meistens — der größte ökologische Unterschied zu einem Naturwald.

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Der Wald im Verhältnis

Nicht die Anzahl Bäume macht einen Wald, sondern die Anzahl Stockwerke.

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