Der Kastanienbaum

Der Holzratgeber · Die Wälder

Die Waldreihe · Baumporträt

Der Kastanienbaum

Eine eindrucksvolle Krone, viel Schatten und jeden Herbst eine Ernte glänzender Kastanien. Aber achten Sie darauf, welchen Kastanienbaum Sie vor sich haben.

  • Castanea sativa
  • 200 bis 300 Jahre
  • 20 bis 35 Meter
Castanea sativa
Zusammengefasst

Der Kastanienbaum kurz gefasst

Eine beliebte Erscheinung in Parks und Alleen, die nicht nur Schatten bietet, sondern auch eine jährliche Ernte.

Die Edelkastanie (Castanea sativa) gehört zur Familie Fagaceae, zusammen mit Eiche und Buche. Sie wurde von den Römern aus Südeuropa nach Norden gebracht und wuchs zu einem Baum mit drei Erträgen zugleich heran: Früchte zum Essen, Holz, das nach draußen kann, und Niederwald, der alle paar Jahre erneut geerntet wird.

Mit zweihundert bis dreihundert Jahren Lebensdauer und zwanzig bis fünfunddreißig Metern Höhe ist es zudem ein Baum, der Generationen überlebt.

Achtung: zwei verschiedene Bäume

Die Edel kastanie (Castanea, Familie Fagaceae) hat essbare Früchte und brauchbares Holz. Die Ross kastanie (Aesculus, Familie Sapindaceae) hat giftige Früchte und wertloses Holz. Sie sind nicht einmal miteinander verwandt. Der schnellste Unterschied liegt im Blatt: einfach und länglich bei der Edelkastanie, handförmig zusammengesetzt bei der Rosskastanie. Siehe Rosskastanie und Edelkastanie.

Botanisch
Castanea sativa
Familie
Fagaceae — wie Eiche und Buche
Lebensdauer
200 bis 300 Jahre
Höhe
20 bis 35 Meter
Früchte
essbar, in einer stacheligen Fruchthülle
Holz
Dauerhaftigkeitsklasse 2

Seien wir ehrlich: die Edelkastanie ist in Europa durch die Kastanienrindenkrankheit und den Kastanienrindenkrebs bedroht, zwei Pilzkrankheiten, die ganze Bestände befallen können. In Teilen Südeuropas sind dadurch jahrhundertealte Kastanienwälder verschwunden. Wer eine pflanzt, fragt am besten nach resistenten Herkünften.

Erkennen

Blatt, Fruchthülle und Rinde

EdelkastanieCastanea sativa

Einfaches, längliches Blatt

Mit einem deutlich gesägten Rand — wie ein großes Weidenblatt mit Zähnchen. Unverkennbar anders als das handförmige Blatt der Rosskastanie.

Dicht besetzte Fruchthülle

Voller langer, dünner, igelartiger Stacheln, mit meist zwei oder drei flachen Nüssen darin. Die Rosskastanie hat ein paar kurze, dicke Stacheln und eine runde Nuss.

Gedrehte Rinde

Bei älteren Bäumen dreht sich die Rinde in einer Spirale um den Stamm. Eines der schönsten Merkmale einer ausgewachsenen Kastanie.

Späte Blüte

Lange, gelbweiße Kätzchen im Juni und Juli, viel später als die meisten Bäume — und eine wichtige Trachtquelle für Bienen in einer Zeit, in der wenig anderes blüht.

Drei Erträge

Früchte, Holz und Niederwald

Die Früchte

Geröstet oder gekocht, und in Südeuropa jahrhundertelang ein Grundnahrungsmittel — Kastanienmehl war dort das Brot der Bergregionen.

Das Holz

Dauerhaftigkeitsklasse 2 dank eines hohen Gerbstoffgehalts, und damit eine der wenigen europäischen Arten, die ohne Behandlung nach draußen kann. Siehe Edelkastanienholz.

Niederwald

Am Fuß abgesetzt treibt der Stock erneut aus. So liefert ein Stock jahrhundertelang gerade Pfähle für Zäune und Weinbau, ohne je nachgepflanzt werden zu müssen.

Bienenweide

Die späte Blüte macht Kastanienhonig zu einer eigenen Sorte — dunkel, würzig und ausgeprägt im Geschmack.

Warum Niederwald hier so gut funktioniert

Ein Kastanienstock kann Jahrhunderte halten und liefert alle fünfzehn bis zwanzig Jahre gerade, dauerhafte Pfähle. Weil die Wurzeln weiterleben, ist keine Nachpflanzung nötig und der nächste Aufwuchs steht binnen Jahren. Für Einfriedungen und Weinbergpfähle ist das nach wie vor die logische Methode. Siehe nachhaltige Waldbewirtschaftung.

Schnelle Antwort

Häufige Fragen zum Kastanienbaum

Sind alle Kastanien essbar?

Nein. Nur die Früchte der Edelkastanie (Castanea sativa). Die der Rosskastanie sind giftig — siehe Rosskastanie und Edelkastanie.

Wie erkenne ich eine Edelkastanie?

Am einfachen, länglichen Blatt mit gesägtem Rand, und an der Fruchthülle, die dicht mit langen dünnen Stacheln besetzt ist und meist zwei oder drei flache Nüsse enthält.

Wie alt wird ein Kastanienbaum?

Zweihundert bis dreihundert Jahre, bei zwanzig bis fünfunddreißig Metern Höhe. Niederwaldstöcke können noch viel älter werden.

Kann Kastanienholz nach draußen?

Ja. Dank des hohen Gerbstoffgehalts erreicht es Dauerhaftigkeitsklasse 2 — eine der wenigen europäischen Arten, die das ohne Behandlung schafft.

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Der Kastanienbaum im Verhältnis

Ein Baum, drei Erträge — und seit zweitausend Jahren gepflanzt.

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